Kühllastberechnung Formel und Grundlagen
Eine einzige Formel für die Kühllast gibt es nicht. Die Last setzt sich aus mehreren Anteilen zusammen, die getrennt gerechnet und dann zusammengeführt werden. Diese Seite zeigt die Bausteine und ihren Zusammenhang.
Die Grundgleichung der Kühllast
Die Kühllast eines Raumes ist die Summe aller Wärmeströme, die hineinwirken. Vereinfacht gilt: Kühllast ist gleich äußere Last plus innere Last. Beide Summanden bestehen wiederum aus mehreren Einzelanteilen.
Die äußere Last umfasst die Transmission durch Bauteile, die solare Einstrahlung durch Fenster und den Eintrag über die Außenluft. Die innere Last umfasst Personen, Beleuchtung und Geräte. Erst die Summe ergibt die Last, gegen die die Anlage arbeiten muss.
Wichtig ist, dass diese Summe zeitabhängig ist. Jeder Anteil hat seinen eigenen Tagesgang. Die Sonne wirkt am stärksten am Nachmittag, die Personenlast folgt den Arbeitszeiten. Die maßgebende Kühllast ist deshalb das Maximum der Summe über den Tag, nicht die Summe der Einzelmaxima.
Äußere Lasten rechnen
Die Transmission durch ein Bauteil ergibt sich aus seiner Fläche, dem U Wert und der Temperaturdifferenz. Bei Außenbauteilen wird die Temperaturdifferenz durch die Kühllasttemperaturdifferenz ersetzt, die Transmission und Strahlung zusammenfasst.
Die solare Last durch Fenster ist oft der größte Einzelposten. Sie ergibt sich aus der Fensterfläche, der Einstrahlung, dem g Wert der Verglasung und der Wirkung der Verschattung. Ein außenliegender Sonnenschutz senkt diesen Anteil deutlich stärker als ein innenliegender.
| Anteil | Maßgebende Größen | Hinweis |
|---|---|---|
| Transmission | Fläche, U Wert, Temperaturdifferenz | über Außen und Innenbauteile |
| Solare Last | Fläche, Einstrahlung, g Wert | größter Posten bei Glasfassaden |
| Außenluft | Volumenstrom, Enthalpiedifferenz | sensibler und latenter Anteil |
Innere Lasten rechnen
Personen geben Wärme an den Raum ab, abhängig von Tätigkeit und Raumtemperatur. Üblich sind Größenordnungen um 75 bis 100 Watt je Person, aufgeteilt in einen sensiblen und einen latenten Anteil.
Beleuchtung und Geräte werden über ihre Anschlussleistung erfasst. Bei der Beleuchtung zählt die installierte Leistung, bei Geräten die tatsächliche Aufnahme im Betrieb. Ein Rechner, der mit 120 Watt arbeitet, gibt diese 120 Watt nahezu vollständig als Wärme an den Raum ab.
Personen
Sensibler und latenter Anteil, abhängig von Tätigkeit und Belegungszeit.
Beleuchtung
Installierte Leistung, bei moderner Technik deutlich niedriger als früher.
Geräte
Aufgenommene elektrische Leistung, fast vollständig als Wärme.
Sensible und latente Anteile
Jede Last lässt sich danach trennen, wie sie auf das Raumklima wirkt. Die sensible Last erhöht die Lufttemperatur. Die latente Last ist mit der Luftfeuchte verbunden und fällt bei der Entfeuchtung an.
Diese Trennung ist nicht akademisch. Sie bestimmt, wie die Anlage ausgelegt wird. Ein Raum mit hoher latenter Last braucht Reserve für die Entfeuchtung, sonst bleibt es zwar kühl, aber schwül. IT Geräte erzeugen fast nur sensible Last, viele Personen dagegen auch einen spürbaren latenten Anteil.
Faustregel zur Orientierung
In einem normalen Büro überwiegt die sensible Last deutlich. Sobald viele Personen oder ein hoher Außenluftanteil ins Spiel kommen, gewinnt der latente Anteil an Bedeutung.
Anteile zusammenführen
Sind alle Einzelanteile berechnet, werden sie über den Tag aufaddiert. Das Ergebnis ist der Lastgang. Sein Maximum ist die maßgebende Kühllast, mit der die Kälteleistung der Anlage festgelegt wird.
Praxisbeispiel
Warum die Spitze nicht am Mittag liegt
In einem Westbüro mit 24 Quadratmetern wurden die Einzelanteile getrennt gerechnet. Die Personenlast erreichte ihr Maximum am Vormittag, die solare Last erst am späten Nachmittag, wenn die Sonne tief auf die Westfassade traf.
Die Summe beider Gänge zeigte ihr Maximum gegen 16 Uhr. Wer nur die Mittagssituation betrachtet hätte, wäre zu einer zu kleinen Anlage gekommen.
Wie sich dieser Rechenweg an einem vollständigen Objekt verhält, zeigt das ausführliche Rechenbeispiel.
Worauf es beim Rechnen ankommt
Die Formel selbst ist überschaubar. Die meisten Fehler entstehen bei den Eingangswerten und bei der zeitlichen Zuordnung.
- Einzelmaxima addieren statt den Tagesgang der Summe auswerten.
- Den g Wert der Verglasung zu günstig ansetzen.
- Die Wirkung eines innenliegenden Sonnenschutzes überschätzen.
- Die latente Last bei vielen Personen vergessen.
- Geräteleistungen aus Datenblättern statt aus dem realen Betrieb nehmen.
Wer die Anteile sauber trennt und den Tagesgang ernst nimmt, kommt mit der VDI 2078 zu einem belastbaren Ergebnis. Für eine schnelle erste Einordnung genügt zunächst die Faustformel.
Einheiten und Größenordnungen
Bei der Kühllast werden zwei Einheiten leicht verwechselt. Die Kühllast selbst ist eine Leistung und wird in Watt oder Kilowatt angegeben. Der Kühlbedarf ist eine Energiemenge und wird in Kilowattstunden gemessen. Die Leistung sagt, wie groß die Anlage sein muss, die Energiemenge sagt, was der Betrieb kostet.
Auch ein Gefühl für Größenordnungen schützt vor Fehlern. Ein einzelner Arbeitsplatzrechner liegt bei rund hundert Watt, eine Person bei rund hundert Watt, ein kleines Büro insgesamt bei ein bis zwei Kilowatt. Wer am Ende einer Rechnung eine ganz andere Größenordnung sieht, sollte die Eingaben prüfen.
| Größe | Einheit | Bedeutung |
|---|---|---|
| Kühllast | W oder kW | momentane Leistung, dimensioniert die Anlage |
| Kühlbedarf | kWh | Energie über die Zeit, bestimmt die Betriebskosten |
| Lastdichte | W je m² | Last bezogen auf die Fläche, gut zum Vergleich |
Die Lastdichte in Watt je Quadratmeter ist kein Rechenergebnis, aber ein nützlicher Vergleichswert. Sie ordnet ein, ob ein Ergebnis zum Raumtyp passt.
Das Ergebnis kontrollieren
Ein Rechenweg kann formal korrekt sein und trotzdem ein falsches Ergebnis liefern, wenn eine Eingabe nicht stimmt. Deshalb gehört zu jeder Berechnung eine Kontrolle. Sie kostet wenige Minuten und fängt grobe Fehler ab.
- Liegt die Lastdichte im üblichen Bereich des Raumtyps?
- Ist der größte Lastanteil plausibel, etwa Sonne bei Glasfassade?
- Tritt die Spitze zu einer sinnvollen Tageszeit auf?
- Stimmt die Größenordnung mit einer Faustformel überein?
Besonders wertvoll ist der Blick auf den dominierenden Anteil. Wenn bei einem innenliegenden Raum die solare Last als größter Posten erscheint, stimmt etwas nicht. Wenn bei einer großen Südfassade die Sonne kaum auftaucht, ebenso.
Diese Kontrolle ersetzt keine gründliche Eingabe, aber sie ist ein wirksames Sicherheitsnetz. Ein vollständig durchgerechnetes Rechenbeispiel zeigt, wie ein plausibles Ergebnis aussieht.
§ X · Empfehlung
Welche Formel passt zu Ihrem Raum?
Schnellcheck bewertet Geometrie, Nutzung und Anlass und nennt das geeignete Verfahren.
Herausgeber · Kolophon
Burak Uzun
Burak Uzun verantwortet die Inhalte von Kühllast Berechnungen 24. Die Themenseiten werden anhand der VDI 2078 und der zugehörigen Regelwerke erstellt und regelmäßig überprüft.
Zuletzt geprüft am 9. Juni 2026
Methodik · Quellen
Über diese Inhalte, Quellen und Aktualisierung
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Methodik · Quellen
Über diese Inhalte, Quellen und Aktualisierung
Quellenbasis
- VDI 2078 Kühllastberechnung
- Sommerlicher Wärmeschutz nach DIN 4108-2
Aktualisierung
Inhalte werden überprüft, wenn sich VDI 2078, GEG oder Normen ändern. Stand: 9. Juni 2026.
KI und Prüfung
Recherche und Textentwurf durch KI-Werkzeuge unterstützt, jede Seite wird vor Veröffentlichung von Burak gegen die genannten Quellen geprüft.
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