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KB·24 Fachbeitrag IT Räume

Kühllastberechnung für den Serverraum

Ein Serverraum folgt anderen Regeln als ein Büro. Die Sonne spielt kaum eine Rolle, dafür bestimmt die elektrische Leistung der IT die gesamte Last. Diese Seite zeigt, worauf es bei der Berechnung ankommt.

Was den Serverraum besonders macht

In einem Büro verteilt sich die Kühllast auf solare Last, Personen und Technik. In einem Serverraum kippt dieses Bild. Die IT Geräte erzeugen nahezu die gesamte Last, und sie tun das rund um die Uhr, an jedem Tag des Jahres.

Serverräume liegen außerdem häufig innen, ohne Außenwände und ohne Fenster. Solare Einstrahlung und Transmission fallen damit fast vollständig weg. Eine flächenbezogene Faustformel ist hier nutzlos, weil sie die entscheidende Größe gar nicht kennt.

Die Last ist außerdem fast vollständig sensibel. IT Geräte geben kaum Feuchte ab. Das vereinfacht die Berechnung in einem Punkt, verschärft sie aber in einem anderen: Der Ausfall der Kühlung wird in einem dicht bestückten Raum sehr schnell kritisch.

Die IT Anschlussleistung als Basis

Die Grundregel ist einfach: Die elektrische Leistung, die die IT aufnimmt, gibt sie nahezu vollständig als Wärme wieder ab. Ein Rack, das 4 Kilowatt zieht, erzeugt rund 4 Kilowatt Wärme.

Maßgebend ist die tatsächliche Aufnahme im Betrieb, nicht die Summe der Typenschildwerte der Netzteile. Netzteile sind häufig deutlich größer ausgelegt als die reale Last. Wer mit Typenschildwerten rechnet, überschätzt die Kühllast erheblich.

GrößeQuelleHinweis
IT Lastgemessene Aufnahmemaßgebender Posten
USV VerlusteWirkungsgrad der Anlagefällt im Raum an
Beleuchtunginstallierte Leistungklein, aber real
Personenselten, kurzmeist vernachlässigbar

Weitere Lastanteile

Auch wenn die IT dominiert, gehören weitere Anteile in die Bilanz. Eine unterbrechungsfreie Stromversorgung hat einen Wirkungsgrad unter hundert Prozent. Die Verluste fallen als Wärme an, oft im selben Raum.

Steht der Serverraum doch an einer Außenwand oder unter dem Dach, kommen Transmission und gegebenenfalls solare Last hinzu. In einem innenliegenden Raum wirken die Nachbarräume über die Innenbauteile, falls dort höhere Temperaturen herrschen.

USV nicht vergessen

Die Verlustwärme der Stromversorgung wird leicht übersehen. Bei größeren Anlagen ist sie ein spürbarer Posten und gehört in die Lastbilanz.

Für den Endausbau planen

Serverräume wachsen. Was heute zwei Racks sind, können in zwei Jahren vier sein. Wer die Kühllast nur für den heutigen Bestand rechnet, plant zu kurz.

Praxisbeispiel

Der wachsende Technikraum

Ein Technikraum von 14 Quadratmetern war mit zwei Racks bestückt, geplant war der Ausbau auf vier. Statt die Kühlung erst nach der Erweiterung zu prüfen, wurde die Kühllast für den Endausbau gerechnet.

So ließ sich eine Anlage wählen, die heute in Teillast läuft und später Reserve hat. Eine nachträgliche Aufrüstung der Kälteanlage im laufenden Betrieb wäre deutlich aufwändiger gewesen.

Sinnvoll ist, mehrere Ausbaustufen zu rechnen: den heutigen Stand, eine mittlere Stufe und den Endausbau. So wird sichtbar, ob eine Anlage über alle Stufen trägt oder ob ein modulares Konzept besser passt.

Redundanz und Verfügbarkeit

Anders als im Büro ist im Serverraum der Ausfall der Kühlung ein ernstes Risiko. Die Temperatur steigt bei voller IT Last innerhalb von Minuten. Deshalb gehört die Frage der Redundanz zur Planung.

Eine redundante Auslegung bedeutet, dass die Kühlleistung auch dann gesichert ist, wenn eine Einheit ausfällt. Das verändert nicht die Kühllast selbst, wohl aber die Zahl und Größe der Kälteeinheiten. Die Berechnung der Last bleibt die Grundlage, die Redundanz ist die darauf aufbauende Entscheidung.

Wie aus der berechneten Last die Anlage wird, behandelt die Seite zur Klimaanlagenauslegung genauer.

Häufige Fehler bei IT Räumen

  • Mit Typenschildwerten der Netzteile statt mit gemessener Last rechnen.
  • Die Verlustwärme der Stromversorgung übersehen.
  • Nur den heutigen Bestand statt den Endausbau betrachten.
  • Die Frage der Redundanz erst nach der Geräteauswahl stellen.
  • Eine flächenbezogene Faustformel auf den Raum anwenden.

Wer diese Punkte beachtet, kommt zu einer Auslegung, die zur IT passt und mitwächst. Eine saubere Berechnung nach VDI 2078 mit korrekten Lastdaten ist dafür die Grundlage.

Betrieb und Monitoring

Mit der Berechnung und der Auslegung ist die Arbeit am Serverraum nicht beendet. Anders als ein Büro verändert sich ein IT Raum laufend. Geräte kommen hinzu, ältere werden ersetzt, die Last verschiebt sich.

Deshalb gehört zu einem Serverraum ein Blick auf die tatsächliche Temperatur und auf die aufgenommene Leistung. Eine einfache Temperaturüberwachung mit Alarm ist die Mindestausstattung. Sie zeigt, ob die Kühlung der realen Last noch gewachsen ist, lange bevor es kritisch wird.

Temperatur überwachen

Messpunkte an kritischen Stellen, mit Alarm bei Grenzwertüberschreitung.

Leistung erfassen

Die reale IT Aufnahme zeigt, ob die Berechnung noch passt.

Reserven prüfen

Bei jeder Erweiterung gegen die ursprüngliche Auslegung abgleichen.

So wird die einmal berechnete Kühllast zu einer Größe, die mit dem Raum mitgeführt wird, statt nach der Inbetriebnahme in Vergessenheit zu geraten.

Für eine systematische Betrachtung von nachhaltiger IT Kühlung und Energieeinsparung im Unternehmen lohnt der Blick auf das Energieaudit nach DIN EN 16247-1, das den Stromverbrauch der Kälteanlage und die Effizienzpotenziale im Gesamtsystem prüft.

Im Investitionsentscheid für Eigentümer eines Bürogebäudes oder Rechenzentrums spielt der spätere Marktwert eine Rolle. Eine sauber dokumentierte Kühlinfrastruktur ist ein verkaufsrelevantes Asset, das sich in einer Gewerbeimmobilien-Bewertung Köln ablesen lässt.

Freie Kühlung nutzen

Serverräume müssen das ganze Jahr gekühlt werden, auch im Winter. Genau das eröffnet eine Möglichkeit, die bei Komforträumen entfällt: die freie Kühlung. Ist die Außenluft kühl genug, kann sie einen Teil der Kühlung übernehmen, ohne dass die Kältemaschine voll arbeiten muss.

Für die Kühllastberechnung ändert das nichts an der Spitzenlast, die nach wie vor am heißen Sommertag auftritt. Es ändert aber viel am Kühlbedarf über das Jahr und damit an den Betriebskosten. Wer das Einsparpotenzial abschätzen will, kommt zur dynamischen Simulation, weil sie den Jahresgang abbildet.

Spitzenlast und Jahresbedarf trennen

Die freie Kühlung senkt nicht die Spitzenlast, sondern den Energieverbrauch über das Jahr. Für die Anlagengröße bleibt die berechnete Spitzenkühllast maßgebend.

In der Praxis lohnt sich der Blick auf die freie Kühlung vor allem bei größeren Räumen, in denen sich die eingesparte Energie über die Jahre deutlich summiert.

§ X · Empfehlung

IT Last und Endausbau prüfen

Schnellcheck schlägt für Serverräume das passende Verfahren mit Endausbau-Reserve vor.

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Herausgeber · Kolophon

Burak Uzun

Burak Uzun verantwortet die Inhalte von Kühllast Berechnungen 24. Die Themenseiten werden anhand der VDI 2078 und der zugehörigen Regelwerke erstellt und regelmäßig überprüft.

Zuletzt geprüft am 9. Juni 2026

Methodik · Quellen

Über diese Inhalte, Quellen und Aktualisierung

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Quellenbasis

  • VDI 2078 Kühllastberechnung

Aktualisierung

Inhalte werden überprüft, wenn sich VDI 2078, GEG oder Normen ändern. Stand: 9. Juni 2026.

KI und Prüfung

Recherche und Textentwurf durch KI-Werkzeuge unterstützt, jede Seite wird vor Veröffentlichung von Burak gegen die genannten Quellen geprüft.

Diese Seite ist redaktioneller Ratgeberinhalt, keine Rechtsberatung. Für verbindliche Auskünfte gelten TGA-Normen und Auslegungsrichtlinien sowie Aussagen Ihrer Sachverständigen.

Haeufige Fragen

Warum braucht ein Serverraum eine eigene Berechnung?
Im Serverraum bestimmt die elektrische Anschlussleistung der IT die Last, nicht Fläche oder Sonneneinstrahlung. Eine flächenbezogene Faustformel versagt hier.
Wie ermittle ich die IT Last?
Maßgebend ist die tatsächlich gemessene Leistungsaufnahme im Betrieb, nicht die Summe der Typenschildwerte der Netzteile.
Muss ich die USV berücksichtigen?
Ja. Die Verlustwärme der Stromversorgung fällt im Raum an und gehört in die Lastbilanz, bei größeren Anlagen ist sie spürbar.
Sollte ich für den Endausbau planen?
Ja. Serverräume wachsen. Es ist sinnvoll, mehrere Ausbaustufen bis zum Endausbau zu rechnen.
Ist die Last im Serverraum sensibel oder latent?
Sie ist nahezu vollständig sensibel, weil IT Geräte kaum Feuchte abgeben.
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