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KB·24 Fachbeitrag Durchgerechnet

Kühllastberechnung Schritt für Schritt

Ein konkretes Beispiel macht die Theorie greifbar. Auf dieser Seite wird ein typischer Büroraum durchgerechnet, von den Eingangsdaten über die einzelnen Lastanteile bis zur maßgebenden Spitzenkühllast.

Die Aufgabe und die Eingangsdaten

Betrachtet wird ein Büroraum in einem Bürogebäude. Die Angaben sind anonymisierte Objektdaten und dienen der Anschauung. Sie ersetzen keine projektbezogene Berechnung.

GrößeWertAnmerkung
Fläche24 m²zwei Arbeitsplätze
Fenster West6 m²g Wert 0,5, außenliegender Schutz
Außenwand18 m²U Wert rund 0,28
Personen2Bürotätigkeit
Geräte420 WRechner, Monitore, Drucker
Solltemperatur26 GradAuslegungsfall Sommer

Gerechnet wird nach dem Kurzverfahren der VDI 2078. Ziel ist die maßgebende Spitzenkühllast, aus der später die Kälteleistung abgeleitet wird.

Schritt eins, äußere Lasten

Die äußere Last besteht aus Transmission und solarer Einstrahlung. Die Transmission durch die Außenwand ergibt sich aus Fläche, U Wert und der Kühllasttemperaturdifferenz. Bei moderater Wand und Westlage bleibt dieser Anteil klein, in der Größenordnung weniger hundert Watt.

Den größeren Posten bildet die solare Last durch das Westfenster. Sie hängt von der Fensterfläche, der Einstrahlung, dem g Wert und der Verschattung ab. Der außenliegende Sonnenschutz senkt diesen Anteil erheblich. Ohne ihn wäre die solare Last der dominierende Posten des Raumes.

Westlage beachten

Ein Westfenster erreicht seine stärkste Einstrahlung am späten Nachmittag. Dieser Zeitpunkt ist für den Tagesgang entscheidend und verschiebt die Spitzenlast nach hinten.

Schritt zwei, innere Lasten

Die innere Last setzt sich aus Personen, Beleuchtung und Geräten zusammen. Zwei Personen bei Bürotätigkeit tragen je rund 75 bis 100 Watt bei, zusammen also grob 150 bis 200 Watt, getrennt in einen sensiblen und einen latenten Anteil.

Die Geräte sind mit 420 Watt angesetzt. Diese Leistung wird im Betrieb nahezu vollständig als Wärme an den Raum abgegeben. Eine moderne Beleuchtung kommt mit wenigen hundert Watt für den Raum aus.

Personen

Rund 150 bis 200 W, sensibel und latent.

Geräte

Rund 420 W, fast vollständig sensibel.

Beleuchtung

Wenige hundert Watt bei moderner Technik.

Die innere Last summiert sich damit auf eine Größenordnung von knapp einem Kilowatt, abhängig von der genauen Belegung und der Beleuchtung.

Schritt drei, Tagesgang und Spitze

Jeder Anteil hat seinen eigenen Verlauf über den Tag. Die Personen und Geräte sind während der Arbeitszeit weitgehend konstant. Die solare Last steigt am Nachmittag stark an, weil die Sonne tief auf die Westfassade trifft.

Die Summe beider Verläufe zeigt ihr Maximum am späten Nachmittag. Genau dieser Zeitpunkt liefert die maßgebende Kühllast. Eine Betrachtung der Mittagssituation allein hätte die Spitze verfehlt.

Praxisbeispiel

Was die Speichermasse bewirkt

Der Büroraum hat massive Wände und eine massive Decke. Diese Bauteile nehmen einen Teil der solaren Wärme auf und geben sie zeitversetzt ab.

Dadurch fällt die rechnerische Spitze etwas niedriger und etwas später aus, als es eine statische Rechnung ergeben würde. Genau diese Dämpfung ist der Grund, warum die VDI 2078 mit Tagesgängen arbeitet.

Das Ergebnis einordnen

Für den betrachteten Raum ergibt sich eine Spitzenkühllast in der Größenordnung von rund 1,5 bis 2 Kilowatt. Der genaue Wert hängt von den angesetzten Klimadaten und der Verschattung ab.

Bezogen auf die Fläche entspricht das grob 60 bis 80 Watt je Quadratmeter und liegt damit im üblichen Bereich eines Büros. Eine Faustformel mit 70 Watt je Quadratmeter hätte rund 1,7 Kilowatt ergeben, also dieselbe Größenordnung.

Das ist kein Zufall. Die Faustformel ist ein Mittelwert, der bei einem typischen Raum nahe am genauen Ergebnis liegt. Ihr Schwächefall sind Räume, die vom Mittel abweichen, etwa mit großer Südverglasung oder ohne Sonnenschutz.

Auf eigene Räume übertragen

Das Beispiel zeigt den Rechengang, nicht ein universelles Ergebnis. Für den eigenen Raum ändern sich Ausrichtung, Verglasung, Belegung und Klimadaten.

  • Erst die Eingangsdaten vollständig sammeln.
  • Äußere und innere Last getrennt rechnen.
  • Den Tagesgang der Summe auswerten, nicht Einzelmaxima addieren.
  • Das Ergebnis mit einem Richtwert auf Plausibilität prüfen.

Wer mehrere Räume oder einen Nachweis vor sich hat, sollte den Weg über eine Fachsoftware gehen. Für ein ganzes Gebäude ist die dynamische Simulation der nächste Schritt.

Wo eine Klimaanlage geplant wird, gehört die Lüftung als ergänzendes Gewerk dazu. Lüftungskonzepte für hygienische Kühlung nach DIN 1946-6 stellen sicher, dass die Außenluftrate zur Personenzahl und Nutzung passt, was im selben Rechenbeispiel direkt die latente Last beeinflusst.

Was sich bei anderen Räumen ändert

Das durchgerechnete Westbüro ist ein typischer Fall. Schon kleine Änderungen an den Eingangsdaten verschieben das Ergebnis spürbar. Drei Varianten zeigen, wie empfindlich die Kühllast reagiert.

Dreht man denselben Raum nach Norden, sinkt die solare Last deutlich, und die innere Last bestimmt das Bild. Verzichtet man auf den außenliegenden Sonnenschutz, steigt die solare Last stark, und die Spitze fällt höher aus. Verdoppelt man die Personenzahl, wächst die innere Last und mit ihr der latente Anteil.

ÄnderungWirkung auf die LastGrund
Nordlage statt Westdeutlich niedrigerwenig direkte Sonne
Ohne Sonnenschutzdeutlich höhersolare Last dominiert
Doppelte Belegunghöher, mehr latentmehr Personenlast

Genau diese Empfindlichkeit ist der Grund, warum eine pauschale Übernahme fremder Ergebnisse nicht funktioniert. Jeder Raum braucht seine eigenen Eingangsdaten.

Das Ergebnis prüfen

Auch ein gründlich gerechnetes Beispiel verdient eine Schlusskontrolle. Sie dauert wenige Minuten und schützt vor groben Fehlern.

Der erste Blick gilt der Lastdichte. Für das Westbüro ergaben sich grob 60 bis 80 Watt je Quadratmeter, ein Wert, der für ein Büro stimmig ist. Der zweite Blick gilt dem dominierenden Anteil. Bei einem verglasten Westraum darf die solare Last einen großen Teil ausmachen, das ist plausibel.

Der dritte Blick gilt dem Zeitpunkt der Spitze. Sie lag am späten Nachmittag, was zur Westausrichtung passt. Läge sie am Morgen, wäre das ein Hinweis auf einen Eingabefehler. Eine Gegenprobe mit der Faustformel rundet die Prüfung ab.

Plausibel heißt nicht exakt

Eine bestandene Plausibilitätsprüfung bedeutet nur, dass das Ergebnis im erwartbaren Rahmen liegt. Sie ersetzt keine gründliche Eingabe, sondern fängt grobe Fehler ab.

§ X · Empfehlung

Eigenes Vorhaben einordnen

Schnellcheck überträgt die Beispielsystematik auf Ihr konkretes Projekt.

Verfahren zuordnen

Herausgeber · Kolophon

Burak Uzun

Burak Uzun verantwortet die Inhalte von Kühllast Berechnungen 24. Die Themenseiten werden anhand der VDI 2078 und der zugehörigen Regelwerke erstellt und regelmäßig überprüft.

Zuletzt geprüft am 9. Juni 2026

Methodik · Quellen

Über diese Inhalte, Quellen und Aktualisierung

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Quellenbasis

  • VDI 2078 Kühllastberechnung
  • Sommerlicher Wärmeschutz nach DIN 4108-2

Aktualisierung

Inhalte werden überprüft, wenn sich VDI 2078, GEG oder Normen ändern. Stand: 9. Juni 2026.

KI und Prüfung

Recherche und Textentwurf durch KI-Werkzeuge unterstützt, jede Seite wird vor Veröffentlichung von Burak gegen die genannten Quellen geprüft.

Diese Seite ist redaktioneller Ratgeberinhalt, keine Rechtsberatung. Für verbindliche Auskünfte gelten TGA-Normen und Auslegungsrichtlinien sowie Aussagen Ihrer Sachverständigen.

Haeufige Fragen

Wie läuft eine Kühllastberechnung am Beispiel ab?
Zuerst werden die Eingangsdaten gesammelt, dann äußere und innere Lasten getrennt gerechnet, danach der Tagesgang ausgewertet und die Spitzenlast bestimmt.
Warum liegt die Spitze am Nachmittag?
Bei Westfenstern trifft die Sonne erst spät am Tag stark auf die Fassade. Zusammen mit den aufgeheizten Bauteilen verschiebt sich die Spitze nach hinten.
Wie groß ist die Kühllast in diesem Beispiel?
Für den betrachteten Büroraum ergibt sich eine Größenordnung von rund 1,5 bis 2 Kilowatt, abhängig von Klimadaten und Verschattung.
Stimmt die Faustformel mit dem Beispiel überein?
Bei diesem typischen Raum liegt die Faustformel nahe am genauen Ergebnis. Bei ungewöhnlichen Räumen weicht sie stärker ab.
Kann ich das Beispiel direkt übernehmen?
Nein. Es zeigt den Rechengang. Für den eigenen Raum ändern sich Ausrichtung, Verglasung, Belegung und Klimadaten.
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